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Trachtpflanzen

 

Der wichtigste Standortfaktor sind die Pflanzen in der Umgebung des Bienenstocks. Wenn es in der Umgebung kaum Pflanzen gibt, oder Pflanzen, die entweder kaum Honig oder kaum Pollen liefern, können sich die Bienen nicht entwickeln oder werden kaum Erträge bringen. Deshalb muss man die wichtigsten Bienenweiden kennen, wissen, wann sie blühen und wie sie den Bienen nutzen. Wenn man Honigertrag erzielen will, benötigt man Nektarlieferanten wie Raps, Klee oder Robinie (Scheinakazie (Akazienhonig)) in unmittelbarer Umgebung des Bienenstands. Aber auch die Versorgung mit Pollen darf nicht unterschätzt werden. Pollen bilden die Eiweißversorgung der Bienen. Ohne Eiweiß wird das Volk wenig Jungtiere heranziehen, und die Bienen können in ihrer Entwicklung gestört werden. Die Pflanzen bieten die Quellen nicht das ganze Jahr. Jede Pflanze hat ihre spezifische Trachtzeit, in der sie blüht. Wer Rapsfelder in seiner Nähe hat, wird Ende Mai volle Honigräume haben. Wenn der Bienenstand in einer Gegend wäre, in der ausschließlich Raps angebaut würde, wäre der Imker Mitte Juni mit dem Imkern fertig. Wenn dieser Imker darüber hinaus Honig ernten wollte, müsste er seine Bienen an einen anderen Standort bringen. Ein Imker hat vier Möglichkeiten:


      

  • Er begnügt sich mit dem, was er an seinem Standort vorfindet.
  • Er wählt den Standort geschickt.
  • Er versucht, das Trachtangebot an seinem Standort für seine Bienen zu verbessern.
  • Er wandert.

Natürlich kann man sich nicht immer den Standort aussuchen. Oft wird der Standort vorgegeben. Das Trachtangebot auf ca. 20 km² anpassen zu wollen, ist in Deutschland auch schlecht möglich. Allerdings wird man heute zum Teil von Landwirten unterstützt. Diese säen zur Bodenverbesserung Phazelia. Phazelia ist ein guter Honig- und Pollenlieferant und spätblühend. Man kann aber für die Bienen Pflanzen zur Unterstützung anpflanzen, sowohl die Spät- als auch die Frühtracht sind ein Problem. Wenn man Platz hat, kann man z. B. Weiden zur Frühjahrsunterstützung anpflanzen oder einen Bienenbaum (Stinkesche) für den Spätsommer.
Hier habe ich einige Pflanzen aufgeführt. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird von Zeit zu Zeit erweitert werden.

 

Pflanze

lateinisch

Honigertrag

Pollenertrag

Trachtzeit

Ackerbohne

Vicia faba

3

3

Juni-August

Apfel

Malus domestica/sylvestris

1

1

April - Mai

Aprikose

Prunus armeniaca

5

5

März-April

Berberitze

Berberis vulgaris

3

5

April - Mai

Bergahorn

Acer pseudoplatanus

3

4

Mai - Juli

Birke

Betula verrucosa

2

Ende März - Anfang Mai

Birne

Pyrus communis

2

2

April-Mai

Brombeere

Rubus x spec.

2

4

Mai-Juli

Buchweizen

Fagopyrum esculentum

1

2

Juli-August

(Edel-)Eberesche

Sorbus aucuparia var. edulis

4

4

Mai-Juni

Eiche

Quercus

4

April - Juni

Erdbeere

Fragaria ananassa

5

5

April-Mai

Erle (Schwarz- und Grauerle)

Alnus glutinosa/incana

6

1

Januar - April

Erika(grau)

Erica cinerea

1

4

Februar - März

Esparsette

Onobrychis viciifolia

1

1

Mai-Juni

Felsenbirne

Amelanchier spec.

5

5

April-Mai

Flaschenkürbis

Lagenaria sicoraria

4

4

Juni-Sepember

Flieder

Syringa

2

5

Mai - Juli

Frühlings-Knotenblume (Märzenbecher)

Leucojum vernum

3

4

Februar - März

Hanf

Canabis Sativa

2

August

Haselnuss

Corylus avellana

1

6

Januar - April

Heidelbeere

Vaccinum myritillus

2

5

Mai - Juli

Himmbeere

Rubus idaeus

1

4

April - Juni

Hornklee (gelb)

Lotus corniculatus

1

4

Mai - August

Huflattich

Petasites officinalis

4

4

Februar - April

Inkarnatklee

Trifolium incarnatum

2

2

Mai-Juni

Johannisbeere

Ribes x spec.

3

3

April-Mai

(Süß-)Kirsche

Prunus avium

1

1

April-Mai

Kohlrübe

Brassica rapa var. napobrassica

4

4

Mai

Kornelkirsche

Cornus mas

3

4

Februar - April

Liguster

Ligustrum vulgare

3

3

Juni

Lupine

Lupinus spec.

3

Mai-Juli

Löwenzahn

Taraxacum officinale

2

2

April - September

Luzerne

Medicago sativa

2

5

Juli-August

(Futter-)Malve

Malva spec.

4

5

Juli-August

Mandelbaum

Prunus dulcis

4

4

Ölrettich

Raphanus sativus cleiformis

4

4

Mai-Juni

Pappel

Populus

2

März - April

Paulownia

Paulownia

1

5

April - Mai

Pestwurz, rote

Petasites officinalis

2

2

Februar - März

Pfirsich

Prunus persica

3

2

April-Mai

Pflaume

Prunus domestica

3

2

April-Mai

Phazelia

Phazelia tanacetifolia

1

2

Juni - September

Preiselbeere

Vaccinium macrocarpum

3

4

Juni-Juli

Quitte

Cydonia oblonga

4

4

Mai-Juni

Raps

Brassica napus

1

4

Mai - Juni

Robinie, Scheinakazie, Silberregen

Robinia pseudoacacia

1

3

Mai - Juni

Rotbuche

Fagus sylvatica

3

April - Mai

Rotklee

Trifolium pratense

2

2

Juli-August

Sauerampfer

Rumex acetosa

6

4

Mai - September

Sauerkirsche

Prunus cerasus

1

1

April-Mai

Schlafmohn

Papaver somniferum

5

1

Juni-Juli

Schneeglöckchen

Galanthus

4

4

Februar - März

Sommerlinde

Tilia platyphyllos

3

3

Juni - September

Schwarzer Holunder

Sambucus nigra

3

2

Juni - Juli

Schwedenklee

Trifolium hybridum

1

2

Mai-Juli

Senf, Weißer

Sinapis alba

2

2

Mai - Juni

Serradella

Ornithopus sativus

4

4

Juni-August

Silberahorn

Acer saccharinum

1

3

März - April

Silberweide

Salix alba

3

1

April - Mai

Sommerrübe

Brassica rapa var. sylvestris

4

4

Mai

Sonnenblume

Helianthus annuus

3

3

Juli-Sepember

Spitzahorn

Acer platanoides

2

3

April - Juli

Spitzwegerich

Plantago lanceolata

2

Mai - September

Stachelbeere

Ribes uva-crispa

2

5

März-April

Steinklee

Melilotus albus

1

2

Juni-August

Ulme

Ulmus

2

März - April

Waldmeister

Galium odoratum

4

5

April - Mai

Walnuß

Juglans regia

4

4

April-Mai

Weide

Salix

2

1

März - Mai

Wegerich

Plantago

2

Mai - September

Weißbirke

Betula pendula

2

März-April

Weißklee

Trifolium repens

1

2

Mai-Juli

Winterlinde

Tilia cordata

1

5

Mai - September

Zitronenmelisse

Melissa officinalis

2

2

Juni

Zuckerahorn

Acer saccharum Marsch.

1

4

April

Zwiebel

Allium cepa

1

4

Juni - Juli

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Erklärung: Ertrag nach deutschen Schulnoten: 1 = sehr gut ... 6 = kein Ertrag

 

Honigtau

Honigtau ist die Basis für Blatt-, Tannen- oder Waldhonige. Honigtau ist im Gegensatz zu Nektar kein pflanzliches, sondern ein tierisches Produkt. Auf Nadelbäumen befinden sich verschiedene Laus- und Floharten, die den Honigtau ausscheiden. Die Bienen wie auch andere Insekten melken die Blattläuse, um an den Honigtau zu kommen. Wie viel Honigtau die Bienen einbringen, hängt stark davon ab, wie stark die Lauspopulation ist. Es gibt Jahre, in denen fließt der Honigtauhonig in Strömen und andere, in denen es fast keinen Honigtau gibt. Zuviel Honigtautracht ist für den Imker problematisch, da diese Honigart sehr hart wird (->Melezitosehonig).

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