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Honigschleuder

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Seit den Ägyptern und bis Mitte des 18. Jahrhunderts waren Korb- oder Klotzbeuten weltweit die Regel. Körbe sind ja den meisten Menschen noch durch Max und Moritz bekannt. Bei den Klotzbeuten handelt es sich einfach um einen hohlen Baumstamm. Oft wurde ein hohler Stamm im Wald mitsamt dem Bienenvolk abgeschnitten und dann abtransportiert. Sowohl die Körbe als auch die Klotzbeuten hatten den Nachteil, dass die Bienen die Waben zufällig hineinbauten. Sollte nun der Honig geerntet werden, mussten die Waben herausgebrochen werden. Die Bienen mussten anschließend erneut Waben bauen, um den Schaden zu reparieren, bevor sie an dieser Stelle wieder Honig einlagern konnten. Das minderte den Honigertrag des Volkes beträchtlich, da viel Energie und Zeit für den Wabenbau aufgebraucht wurde. Meist war das Volk auch ganz weg.

 

Johann Dzierzon

Lorenzo L. Langstroth

Johann Dzierzon

Lorenzo L. Langstroth

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden deshalb neue Wege in der Bienenzucht beschritten. Vor allem Langstroth in den USA und Dzierzon entwickelten praktisch gleichzeitig und unabhängig voneinander Waben- und Beutesysteme. Doch während Langstroth Magazine mit Oberbehandlung entwickelte, benutzte Dzierzon ein Hinterbehandlungssystem. Am Beispiel dieser beiden Systeme können die unterschiedlichen modernen Beutetypen unterschieden werden. Beiden gemeinsam ist, dass die Waben nicht mehr wild von den Bienen im Stock gebaut wurden, sondern dass die Beuten Rähmchen besitzen, die eine vorgefertigte Mittelwand enthalten. Dazu kam dann noch die Entwicklung der Honigschleuder von Francesco de Hruschka. Dieser wollte eigentlich nicht den Honig aus den Waben bekommen, sondern den Kristallzucker, der damals noch viel teurer war als Honig, vom restlichen Honig trennen. Im 20. Jahrhundert wurden Fortschritte in der Bienenzucht gemacht. Mit der Einführung der Carnika-Rasse in Deutschland und der Züchtung des Buckfast-Hybrids wurden Bienenrassen gezüchtet, die sanftmütig, ertragreich und wabenstet sind. Dazu kam noch die Entdeckung, dass Bienen mit Zucker überwintern können. So ernten heutige Imker meist das Doppelte bis Dreifache von dem, was ein Imker im 19. Jahrhundert erntete, und können eine nachhaltige Bienenwirtschaft betreiben.

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Beuten und Waben

Die Bienenhaltung im deutschsprachigen Raum ist geprägt von einer ungeheuer großen Beutenvielfalt, die mit einem entsprechend "bunten Rähmchensalat" einhergeht. Darin findet sich die Glaubensvielfalt in der Imkerschaft wieder Es gilt noch immer der Satz: "Wenn zwei Imker der gleichen Meinung sind, hat mindestens einer keine Ahnung"  ;-). Die Bieneninstitute sind an dieser Misere nicht unbeteiligt. Jedes Institut hat sein Beutensystem (Hohenheimer Einfachbeute, Kirchhainer um nur mal zwei zu nennen) entwickelt. Eine gute Beute muss bestimmte Anforderungen erfüllen:

  • Die Bienen in ihrer natürlichen Lebensweise unterstützen (Bienenabstand).
  • Sie soll die Haltung starker Völker ermöglichen.
  • Sie soll mit der Volksstärke wachsen und auch schrumpfen können.
  • Sie soll preisgünstig sein.
  • Sie soll möglichst im Selbstbau herzustellen sein.
  • Sie soll die Arbeit des Imkers unterstützen und minimieren.
  • Sie soll so ökologisch wie möglich hergestellt werden können.

Diese Anforderungen bestehen schon, seitdem man Bienen in Beuten hält. Aber erst Langstroth entdeckte den Bienenabstand (eng. Beespace). Der Bienenabstand ist das wichtigste Maß bei der Entwicklung von Beuten. Langstroth erkannte, dass die Bienen bestimmte Abstände einhalten. Sie entscheiden sich bei der Besiedlung einer Bruthöhle am Anfang für eine Baurichtung. Dann werden die Waben im Abstand von ca. 35 mm parallel gebaut. Abstände, die größer als 8 +- 2 mm sind, werden mit Waben zugebaut. Das ist der Bienenabstand. Hohlräume kleiner 2 mm werden zugekittet. Diese Maße finden sich in allen modernen Beuten wieder. Wenn man den Bienenabstand nicht einhält, bauen die Bienen zusätzliche Waben. Das ist schlecht für alle Wabensysteme:

  • Für den Imker geht wertvoller Honig verloren.
  • Die Waben lassen sich nur schlecht entnehmen.

Zurück zu den Beutetypen:

  • Hinterbehandlungsbeuten (à la Freudenstein)
  • Magazinbeuten (à la Langstroth)

Dazu kommt noch die Richtung der Waben zum Flugloch. Historisch haben sich hier die Bezeichnungen Kaltbau und Warmbau entwickelt.

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Bauarten der Beuten

Beim Querbau stehen die Waben quer zur Flugrichtung. Im Längsbau stehen die Waben parallel zur Flugrichtung. Nach meiner Einschätzung ist es aber egal, ob Warm- oder Kaltbaubeuten eingesetzt werden.

 

Hinterbehandlungsbeuten

Hinterbehandlungsbeute Hinterbehandlungsbeute

Der Name sagt es ja, Hinterbehandlungsbeuten werden vom Imker von hinten bearbeitet. Sie bieten den Vorteil, dass sie stapelbar sind und den Nachteil, dass sie wesentlich schlechter zu ernten sind, da jede Wabe einzeln entnommen werden muss. Diese Beuten haben es in der DDR sogar bis zu einer Norm (Normbeute 52) geschafft. Hinterbehandlungsbeuten sind meist im Kaltbau gehalten. Hinter eine Klappe ist meist eine durchsichtige Absperrung angebracht. Der Vorteil der Hinterbehandlungsbeuten ist die Möglichgkeit die Beuten zu stapeln. Demgegenüber stehen viele Nachteile:

  • Hinterbehandlungsbeuten können nicht erweitert werden.
  • Sie sind für heutige Völker meist zu klein (Zwischen 20 und 26 Waben).
  • Für die Beuten benötigt man ein (teures Bienenhaus).
  • Fütterung schlecht möglich (Die meisten Hinterbehandlungsbeuten haben zwar einen seitlichen Futtertrog, dieser ist aber zu klein (max. 2l) für eine effektive Fütterung, so dass oft Aufgefüllt werden muß.
  • Viele Varoosebehandlungsmethoden schlecht anwendbar.
  • Viel Zeit für die Völkerdurchsicht.

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Magazinbeuten

Magazinbeuten Magazinbeuten

Wie bereits oben erwähnt, wurden die ersten Beuten von Langstroth um 1850 in den USA gebaut. Dieses Magazinsystem ist mit Sicherheit das weitverbreitetste System der Erde. Da es nach über 150 Jahren immer noch fast unverändert gebaut wird (vergleiche [Langstroth]), zeigt, wie richtungsweisend Langstroths Entwicklung war.

 

Langstrothbeuten

Magazinbeutenrahmen Magazinbeutenrahmen

Lorenzo Langstroth (1810-1895) war der Pionier der Magazinbeuten. Praktisch alle modernen Beutesysteme sind nur noch Abwandlungen seiner Magazinbeuten. Die Langstrothbeute wird seitdem fast unverändert weltweit eingesetzt. Langstroth entdeckte den Bienenabstand (engl. beespace).

Als Bienenabstand (engl. bee space) wird in der Imkerei eine Distanz innerhalb des Bienenstocks bezeichnet, die von den Bienen bei zu großem Abstand weder mit Bienenwachs verbaut, noch bei zu kleinem Abstand mit Kittharz abgedichtet wird.

Der ideale Bienenabstand beträgt acht (plus/minus zwei) Millimeter, und zwar vom Rähmchen zur Beutenwand als auch zwischen übereinander hängenden Rähmchen in den einzelnen Etagen einer Beute. Wird er bei der Konstruktion eingehalten, ist das Imkern mit beweglichen Waben (Mobilbau) ohne Verbau und damit Problemen beim Öffnen möglich.

Neben dem Bienenabstand gibt es auch den Wabenabstand, der den Abstand zwischen zwei nebeneinander angeordneten Waben bezeichnet. Dieser beträgt von Wabenmitte zu Wabenmitte 35 mm. Der zwischen den Waben liegende, freie Raum wird als Wabengasse bezeichnet. Diese ist so eng oder weit, dass die Bienen ohne Behinderung beide Waben belaufen und andererseits noch von der einen auf die andere Wabe wechseln können. Er ist etwa gleich groß wie der Bienenabstand. Wenn der Abstand größer ist, z.B. weil der Imker zwei Rähmchen zu weit auseinander rückt, fangen die Bienen an in diesen Zwischenraum auch Wabenwerk, sogenannten Wildbau, zu bauen. Dies passiert z.B. auch dann, wenn der Imker gar keinen Wabenbau in Form von Rähmchen, bestückt mit Mittelwänden, vorgibt (Beispiel Heideimkerei mit Strohkörben) oder wenn ein Bienenvolk aufgrund seiner Volksstärke anfängt, in den hohen Unterboden der Magazin-Beute zu bauen. Die Waben dieses Wildbaus haben dann auch diesen natürlichen Mittenabstand von 35 mm.

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Dadantbeuten

Charles Dadant hat ca. 1863 ein Beutensystem entwickelt, das Langstroths Erkenntnisse übernimmt. Charles Dadant war aber ein besserer Kaufmann als Langstroth. Die Firma besteht heute noch. Dadantbeuten kommen heute in Verbindung mit Buckfastbienen zum Einsatz. Beim Dadantsystem ist die Brutwabe Doppelt so groß, wie die Honigwabe. Ein Tausch zwischen Honig- und Brutraum ist damit schlecht möglich. Wird aber auch von den verfechtern abgelehnt ( Wobei gesagt werden muss, dass bebrütete Waben deutlich stabiler sind, da die Madenhaut die Wände deutlich stabilisiert).

 

Zanderbeuten

In Deutschland entwickelte Dr. Enoch Zander (1873 .. 1957) ca. 50 Jahre nach Langstroth ein eigenes Beutensystem. Ich weiß nicht, ob Zander die Arbeit Langstrohts kannte. Das Zander-Magazin ist in Deutschland sehr populär. Heute werden oft Kombinationsbeuten angeboten, indem entweder im Kaltbau Zanderwaben oder im Warmbau Deutsche Normalmaßrähmchen benutzt werden, da sich die Waben kaum in der Höhe unterscheiden. Bei den Zanderrähmchen gibt es zwei Ausführungen: Die gewöhnliche Ausführung und das sogenannte modifizierte Zanderrähmchen. Das modifizierte Rähmchen hat einen breiteren Hauptsteg und ist dadurch stabiler.

 

Kunststoffbeuten

Fast alle Kunststoffbeuten bestehen aus Polystyrol, also Hartstyropor. Kunstoffbeuten haben den Vorteil, dass sie wesentlich besser isolieren als einfache Holzbeuten, und dass sie leichter sind. Nachteil ist, dass man sie nicht selbst bauen kann und sie für Tierfraß anfällig sind (Stare, Marder und Mäuse können sich problemlos durchbeißen).

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Waben

Wabe mit Bienen Wabe mit Bienen

Waben und Magazine bilden eine Einheit, da die Größen natürlich aufeinander abgestimmt sind. Historisch haben sich mehrere Typen entwickelt, die heute nebeneinander exsistieren. Wenn es keine speziellen Gründe für eine Mischbenutzung verschiedener Systeme gibt, sollte ein Imker immer nur ein System benutzen, um den Aufwand zu minimieren.

 

Wabengrößen

Es gibt sehr viele unterschiedliche Wabengrößen. Viele Größen sind regional entstanden. Weltweite Verbreitung haben vor allem Langstroth und Dadant erreicht. Für Deutschland wird heute meist im Norden das Deutsche-Normalmaß-Rähmchen und im Süden Deutschlands das Zandermaß-Rähmchen verwendet wobei die Übergänge fließend sind. Zanderrähmchen sind wesentlich stabiler and Normalmaßrähmchen. Von historischer Bedeutung sind vor allem Freudenstein und Kuntsch.

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